PTBS – Posttraumatische Belastungsstörung

Weitere CBD basierte Studie in Planung

Nachdem bereits US-Forscher eine entsprechende Studie bezüglich der Wirksamkeit von CBD gegen die Symptome der PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) ankündigten, wird nun auch ein Team aus Australien eine gezielte Studie in die Wege leiten.

Bei PTBS (posttraumatische Belastungsstörung) handelt es sich um eine schwerwiegende psychische Erkrankung, welche in den meisten Fällen durch das Erleben besonders schlimmer oder gravierender Ereignisse ausgelöst wird. Weit verbreitet ist diese Erkrankung zum Beispiel bei Soldaten, welche in Kriegsgebieten im Einsatz waren. Besonders in den USA ist ein großer Teil der Veteranen von der posttraumatische Belastungsstörung betroffen.

Obwohl Cannabis zu medizinischen Zwecken in vielen US Bundesstaaten erhältlich ist, erhalten Veteranen in der Regel keinen Zugang zu dieser Medizin. PTBS Betroffene können sich grundsätzlich in 26 von 33 US-Bundesstaaten für ein Medizinalhanf Rezept bewerben.
Unterstützung erhalten sie dabei von der American Legion. Diese Veteranenorganisation unterstützt Veteranen dabei Zugang zu Medizinalhanf zu erhalten.

Kriegsveteranenministerium untersagt die Verwendung von Cannabis

Jedoch untersagt das Kriegsveteranenministerium (Veterans Affairs) Veteranen, welche durch dieses Ministerium betreut werden, die medizinische Verwendung von Cannabis. Vor gut zwei Jahren stellten sich die Verantwortlichen gegen Kongresses Reformen, welche es Veteranen ermöglicht hätten, sich für medizinische Cannabisprogramme zu bewerben.

Im November 2018 gaben US-Forscher des Scottsdale Research Institute in Phoenix jedoch bekannt, dass eine Studie zur Wirksamkeit von Cannabis bei der posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) geplant ist. Auch in Australien planen Forscher laut einem Medienbericht aktuell die Durchführung einer Studie.

Die nun in Australien geplante Studie konkretisiert die Frage der Wirksamkeit von CBD als Behandlung für Veteranen, welcher unter PTBS leiden. Die Durchführung der Studie erfolgt in Zusammenarbeit mit den Cannabis Access Clinics und dem Gesundheits- und Wellnessunternehmen BOD Australia. Allein im vergangenen Jahr kämpften 8,3 Prozent der Soldaten aus der australischen Verteidigungstruppe mit den Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese äußern sich unter anderem beispielsweise in Form von Ängsten, Depressionen, Flashbacks und Schlafproblemen.

Das Ziel der Forscher

Ziel der Forscher ist es, 300 Veteranen für die Studie zu gewinnen. Dr. Sharron Davis, Leiter der Studie, erklärte, dass traditionelle Behandlungen keine Garantie für die Verbesserung von Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung bieten. Daher sollen an der Studie nur Betroffene Veteranen teilnehmen, bei denen die Schulmedizin bisher keine Verbesserung erzielte.
Der Sprecher von BOD Australia (Jo Patterson) gab an, dass interessierte Teilnehmer mit einer Dosis von 5 Millilitern CBD über fünf Wochen an der Studie teilnehmen können. Des Weiteren wies er darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Die teilnehmenden Veteranen sollen vorrangig den Nutzen von CBD gegen die Symptome der PTBS bewerten. Weitere Studien sind zu erwarten.

In den letzten Jahren wurde die komplexe Wechselwirkung unseres Endocannabinoid Systems kontinuierlich weiter erforscht. So fand man beispielsweise heraus, dass bei PTBS-Symptomen dem Endocannabinoidsystem eine bedeutende Rolle zukommt.

So konnten Forscher der Münchener Universität belegen, dass Personen, die einem schwerelosen Flugexperiment und damit einer akuten Stresssituation ausgesetzt wurden, die Endocannabinoid-Konzentration im Blut infolgedessen anstieg. Bei den Teilnehmern dieser Studie handelte es sich jedoch um Personen, welche nicht unter PTBS und den damit verbundenen Begleiterscheinungen litten. PTBS-Patienten sowie chronische Stresspatienten zeigen hingegen eine permanent erhöhte Endocannabinoid-Konzentration im Blut.

Bereiche des Gehirns, die durch eine Belastungsstörung besonders beeinflusst werden, sind der präfrontale Kortex mit der Amygdala. In diesen Bereichen findet sich eine hohe Dichte an Cannabinoid-Rezeptoren.

Prof. Alexander Neumeister vom New York University Langone Medical Center führte erklärte in einem Artikel aus dem Jahr 2012, dass besonders der CB1-Rezeptor bei der Erfahrung und Erinnerung belastender Ereignisse von entscheidender Bedeutung sei. Laut seiner Auffassung sollen die Signale dieses Rezeptors soll dazu beitragen, Angst zu beseitigen. Hingegen wird ein geschädigtes Signal mit der Unfähigkeit verbunden, chronische Ängste aufzulösen und traumatische Erinnerungen im Gedächtnis zu manifestieren.

Deshalb stellen alle genannten Forscher einen Zusammenhang zwischen der PTBS und einem Endocannabinoid-Mangel her. An dieser Stelle spielen dann Cannabinoide eine wichtige therapeutische Rolle. Mit der Zuführung von Cannabinoiden kann eine deutliche Verbesserung der Symptome erzielt werden, so die Forschergruppe.

Quellen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23023882

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1002/da.22031