Hallo Zusammen,

in unseren Facebook Communitys gab es in letzter Zeit vermehrt Diskussionen über die Anwendung von CBD als Nahrungsergänzungsmittel für Kinder.

Oftmals ging es dabei um die Erkrankungen ADHS und ADS. Die Diskussionen sind leider teilweise im Ton etwas unschön geraten, da hier viele verschiedene Meinungen herrschen und teilweise recht vehement vertreten wurden.

Daher möchten wir von CBD Nature in diesem Beitrag auf unsere persönliche Meinung zum Thema CBD für Kinder eingehen, aber auch die fachlichen Aspekte in Form von Studien natürlich nicht außer Acht lassen. Uns ist bewusst, dass dieser Beitrag wohl zu einer erneut aufflammenden Diskussion führen wird, aber durch solche Dinge zeichnet sich ja der Austausch in unserer Gruppe aus. Allerdings wäre es schön wenn in Zukunft (in allen Bereichen) ein wenig mehr Toleranz gezeigt wird.

Wenn Eltern Ihrem Kind Ritalin geben möchten, oder CBD anstelle von Ritalin, so liegt diese Entscheidung ganz alleine bei den Eltern und sollte akzeptiert werden. Wenn man anderer Ansicht ist, kann man dies ruhig sachlich argumentieren. Auf Beleidigungen, wie sie leider in der Vergangenheit vorkamen, bitten wir jedoch zukünftig zu verzichten.

Die aktuelle Studienlage

Das Robert Koch-Institut ermittelte ADHS-Prävalenzen nach Altersklassen, indem es Daten auswertete. Der dabei zum Einsatz gekommene Datensatz umfasste 14.836 Mädchen und Jungen im Alter von 3 bis 17 Jahren. Es zeigte sich, dass im Studienzeitraum von 2003 bis 2006 insgesamt 4,8 % eine von einem Arzt oder Psychologen diagnostizierte ADHS aufwiesen. Weitere 4,9 % der Teilnehmer galten als ADHS-Verdachtsfälle.

Eine Studie zur Wirksamkeit von CBD bei ADHS zeigte das Patienten, die CBD-Öl zur Unterstützung verwendeten, eine Verringerung der Hyperaktivität, bessere Schlafmuster und eine erhöhte Konzentration aufwiesen. Diese in Deutschland durchgeführte Studie, die im Jahr 2014 mit 30 Teilnehmern stattfand, wurde von Dr. Eva Milz geleitet und durch Dr. Franjo Grotenhermen (Einen Spezialisten, den wir bereits oft erwähnt haben) begleitet. Dr. Grotenhermen ist der Vorsitzende der Internationalen Arbeitsgemeinschaft „Cannabis als Medizin“ und einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der Cannabinoide. Bei 30 Patienten, die nicht auf die üblichen Medikamente ansprachen, konnte durch CBD eine deutliche Verbesserung erzielt werden.

Eine weitere Studie stammt aus dem Jahr 2013 und befasst sich mit Betroffenen, welche sich selbst mithilfe von einem CBD Vollspektrum Öl behandelten. Nach einiger Zeit berichteten die Patienten von einer Verbesserung der Impulsivität und Hyperaktivität, welche für die Aufmerksamkeits-defizitstörung charakteristisch waren, an der sie litten. Andere Forschungen beinhalten eine randomisierte Studie, die am Londoner Kings College durchgeführt wurde und sich mit den Auswirkungen von CBD auf ADS und ADHS bei ausgewählten Patienten befasste. Die Patienten berichteten von verbesserten kognitiven Fähigkeiten bei gleichzeitig reduzierter Hyperaktivität, sowie einer gesteigerten Konzentration.

Hier gilt es allerdings zu beachten, dass über das individuelle Alter der Studienteilnehmer keine ausreichenden Daten vorliegen. Kinder und Jugendliche können selbstverständlich vollkommen anders auf eine Substanz reagieren, als es bei einem Erwachsenen der Fall ist.

Studien speziell zur Verwendung von CBD bei Kindern und Jugendlichen gibt es jedoch im Bereich der Epilepsie. Im Jahr 2014 wurde in Israel eine Studie an insgesamt 74 Kindern und Jugendlichen im Alter von 1 bis 18 Jahren durchgeführt. Weil traditionelle Behandlungsmöglichkeiten gegen Epilepsie keinen Erfolg zeigten, wurden die Probanden mit CBD-reichem Cannabis behandelt.

Im Verlauf der Studie erhielten die Kinder und Jugendlichen in Olivenöl aufgelöstes CBD-Öl, wobei über einen Zeitraum von im Durchschnitt sechs Monaten ein Mischungsverhältnis von CBD und THC von 20:1 appliziert wurde. Die exakte Dosierung betrug zwischen einem und 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Sowohl Eltern als auch Patienten beobachteten während des gesamten Zeitraums die Häufigkeit der epileptischen Anfälle – mit einem vielversprechenden Ergebnis, denn bei 89 Prozent der Kinder und Jugendlichen konnte eine Verminderung der Anfallhäufigkeit beobachtet werden. Darüber hinaus zeigte die Untersuchung, dass bei den Probanden auch eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, der Sprache und Kommunikation, der Aufmerksamkeit sowie des Schlafenverhaltens und des Verhaltens festgestellt werden konnte.

Ein interessanter Artikel zu diesem Thema findet sich hier:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/neuro-psychiatrische_krankheiten/epilepsie/article/934925/epilepsiesyndrome-weniger-anfaelle-kindern-durch-cannabiswirkstoff.html

Unsere Meinung zu diesem komplexen Thema

Die potenziellen negativen Auswirkungen von Cannabis auf die kindliche Entwicklung sind bekannt: Cannabinoide können nachweislich bei Heranwachsenden die Hirn- und Intelligenzentwicklung beeinflussen. Dies gilt besonders bis zu einem Alter von 20 Jahren. In dieser Zeit entwickelt sich das körpereigene Endocannabinoid-System noch. Sobald hier von außen Cannabinoide zugeführt werden, kann es zu ernsthaften Störungen im Gehirn kommen. Inwiefern CBD hier ähnliche Effekte wie THC zeigt, konnte bisher leider nicht genügend erforscht werden. Wir persönlich vermuten keine Schäden durch eine mögliche Einnahme von CBD. Jedoch ist das nur unsere Einschätzung, welche selbstverständlich nicht mit fundierten Studien zu vergleichen ist. Und genau an diesen Studien fehlt es leider noch.

Daher muss ein Arzt die Nutzen und Risiken der Behandlung abwägen und eine individuelle Entscheidung treffen. Ebenso wie die Eltern dies tun müssen. Da es unserer Auffassung nach zum derzeitigen Zeitpunkt keine ausreichenden Erkenntnisse über eventuelle negative Folgen durch die Einnahme von CBD als Nahrungsergänzungsmittel bei Kindern und Jugendlichen gibt, raten wir im Zweifelsfall von einer Einnahme ab.

Wie schon erwähnt, liegt die endgültige Entscheidung in den Händen der Eltern. Diese sollten einen solchen Schritt unter Zuhilfenahme des behandelnden Mediziners abwägen. Wir von CBD-Nature sind keine Mediziner und können erst Recht keine Ferndiagnosen erstellen (was wir rechtlich natürlich auch nicht dürfen, und daher auch ablehnen). Daher nehmt es uns bitte nicht übel, wenn wir dieser Thematik etwas skeptisch gegenüberstehen.

Natürlich wollen wir als Händler jeden Kunden bestmöglich beraten, aber bevor wir eine Empfehlung aussprechen, welche wir moralisch nicht zu 100% verantworten können, raten wir lieber von der Anwendung bei Kindern ab. Wir wissen, dass viele Mitbewerber CBD als vollkommen unbedenklich für Kinder deklarieren. Von einem solchen Vorgehen möchten wir uns jedoch eindeutig distanzieren.

Wir sind Enthusiasten und jeden Tag aufs Neue über die vielfältigen Anwendungsgebiete von Cannabinoiden erstaunt und erfreut. Aber dennoch müssen unsere Empfehlungen für uns moralisch vertretbar sein. Wir können informieren, aber die letztendliche Entscheidung wird immer bei den Eltern der betroffenen Kinder liegen.

So hoffen wir darauf, dass Ihr als Kunden und Teil unserer Online Communitys unsere diesbezügliche Meinung zumindest nachvollziehen könnt. Natürlich wäre es für uns einfacher und ganz sicher von mehr Profit gekennzeichnet, wenn wir CBD als Wundermittel ohne Risiken anpreisen würden. Aber genau von dieser Art der „Beratung“ und Information wollen wir uns distanzieren und unterscheiden.

CBD und andere Nicht-Psychoaktive Cannabinoide sind ein wunderbares Geschenk der Natur. Dennoch sollten auch diese Geschenke stets objektiv beurteilt werden und eventuelle Risiken dürfen unseres Erachtens nach nicht verharmlost oder gar ausgeklammert werden.

Liebe Grüße,

Euer Team von CBD-Nature